Carsharing oder Mietwagen? Entscheidungshilfe.

by admin on 7. Dezember 2016

Autovermietung vs. Carsharing – wann ist was für wen sinnvoll?

Carsharing – ein Fahrzeug für eine begrenzte Zeit leihen und dafür bezahlen. Das klingt erst einmal, als wäre es dasselbe Konzept wie das Mietwagen-Prinzip. Doch es gibt deutliche Unterschiede.

Der Fahrzeuganbieter und die Buchug

Wer sich einen Mietwagen nimmt, geht zu einer Mietwagenfirma in seiner Nähe, füllt die notwendigen Papiere aus, bekommt den Schlüssel und fährt mit dem Wagen vom Hof. Die Rückgabe erfolgt zu den Öffnungszeiten des Fahrzeugverleihers in seinem Unternehmen oder einer seiner Niederlassungen, manche Firmen bieten eine 24-Stunden-Rückgabe an.

Wer am Carsharing teilnimmt, hat verschiedene Optionen. Zunächst muss aber ein Rahmenvertrag mit einem Carsharing-Anbieter geschlossen werden, alternativ kann man auch Mitglied in einem Carsharing-Verein werden. Diese sind im bcs organisiert, dem Bundesverband Carsharing. Ist diese Hürde erst einmal genommen, erhalten Autosuchende ein Zugansmedium zu allen Fahrzeugen des Anbieters (beispielsweise einen Tresorschlüssel) und können ein Fahrzeug buchen – per Telefon, Internet oder App. Im Falle von stationenbasiertem Carsharing stehen die Fahrzeuge auf den immer gleichen, reservierten Parkplätzen, verteilt über den Einzugsbereich des Anbieters. Diese Autos können längere Zeit im Voraus gebucht werden. Im Falle von free-floating kann das Fahrzeug überall in diesem Opertaionsgebiet stehen und auch überall dort wieder abgestellt werden. Die Ortung erfolgt dann via Handy. Eine Buchung ist nur spontan möglich, dafür kann auch der Rückgabezeitpunkt spontan bestimmt werden.

Standorte der Fahrzeuge

Bei Autovermietungen stehen die leihbaren Fahrzeuge auf dem Gelände der Autovermietung und damit sehr zentral. Wer sein Auto bei einer Kette mietet, kann das Fahrzeug meist an jeder Zweigstelle wieder abgeben.

Carsharing verfolgt einen anderen, dezentralen Ansatz. Die Fahrzeuge stehen nicht gesammelt an einem Platz, sondern bevorzugt dort, wo sich viele Menschen aufhalten, die diese mieten wollen könnten, also verteilt im Stadtgebiet, in der Nähe von Betriebsstätten oder Wohnungen von Carsharing-Nutzern. Der Gedanke: Die Fahrzeuge sollen für die Nutzer so einfach und schnell wie möglich zu erreichen sein.

Geschäfts- und Nutzungszeiten

Wer einen Wagen mieten will, muss die Geschäftszeiten des Mietwagenbetriebs berücksichtigen und sich danach richten. Bei jedem neu geliehenen Fahrzeug müssen erneut Daten aufgenommen und Formulare ausgefüllt werden. Beim Carsharing genügt der einmalige Vertragsabschluss vor der ersten Nutzung, anschließend stehen alle Fahrzeuge des Anbieters dauerhaft, jederzeit und ohne neuen Papierkram zur Verfügung.

Hinzu kommt: Carsharing-Fahrzeuge können auch für sehr kurze Zeitspannen – etwa ab einer Stunde – geliehen werden, was bei Mietwagenfirmen meist nicht möglich ist.

Die Kosten

Mietwägen werden üblicher Weise pro Stunde abgerechnet, dazu gibt es eine gewisse Menge an Freikilometern. Beim Carsharing setzt sich der Preis aus Fahrtzeit und Kilometerzahl zusammen. Da deutschlandweit über 150 Anbieter und keine einheitlichen Preisvorschriften existieren, schwanken die Kosten stark. Auch ob stationenbasiert oder free-flaoting spielt hier eine Rolle. Dafür ist der Sprit meist im Preis inbegriffen und aufgetankt werden muss nur, wenn der Tank unter eine gewisse Grenze kommt. Prepaid-Tarife werden von manchen Firmen ebenfalls angeboten. Die Kosten und Bedingungen im Detail sollten in jedem Fall vor der Nutzung genau erfragt werden.

Fazit

Wer spontan ein Fahrzeug braucht oder häufig mitten in der Nacht mal schnell ein Auto sucht, kann mit dem flexiblen Carsharing gut beraten sein. Wer längere Reisen und längere Zeit im Voraus plant, wird wohl eher mit einem auch im Ausland tauglichen Mietwagen glücklich werden. Welches Modell am besten passt, ist also im Grunde von zwei Faktoren abhängig: persönlicher Vorliebe und Nutzungsverhalten.

Weiterführende Links:

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